Verkehr in Kassel

Doppelt so groß, dreimal so teuer: Kassel weitet die Parkzonen weiter aus

Seit Mai rollt die Stadt ihre erweiterte Parkgebührenzone Stadtteil für Stadtteil aus. Der Bewohnerparkausweis kostet inzwischen 110 statt 30 Euro im Jahr — die Debatte über Nutzen und Belastung geht weiter.

Wer in Kassel einen Parkplatz vor der eigenen Haustür sucht, merkt seit diesem Frühjahr eine Veränderung: Die Stadt weitet ihre gebührenpflichtigen Parkzonen aus — schrittweise, Stadtteil für Stadtteil, seit Mai 2026. Das Gebiet wird dadurch etwa doppelt so groß wie zuvor.

Diese Stadtteile sind betroffen

Neu hinzugekommen sind unter anderem Rothenditmold, die Nordstadt, die Südstadt und der Vordere Westen. Zusätzlich wurden bestehende Zonen in der Innenstadt erweitert.

Was das Parken jetzt kostet

  • Bewohnerparkausweis: 110 Euro im Jahr statt bisher 30 Euro
  • Zone II: 1 Euro pro Stunde, 6 Euro für den ganzen Tag
  • Elektroautos mit E-Kennzeichen parken noch bis Ende 2026 kostenfrei

Die Stadtverwaltung begründet die Ausweitung mit zahlreichen Beschwerden über die Parkplatzsituation; die Maßnahme sei aus vielen Quartieren heraus gewünscht worden. Bürgermeisterin und Verkehrsdezernentin Simone Fedderke (Grüne) verweist darauf, dass Anwohnerinnen und Anwohner künftig weniger lange nach einem Stellplatz suchen müssten.

Kritik aus der Opposition

Die SPD hält dagegen. Verkehrspolitischer Sprecher Dieter Seidel spricht von einer enormen Zusatzbelastung für die Menschen und kritisiert fehlende Transparenz. Statt das Autofahren unattraktiv zu machen, brauche Kassel ein Gesamtkonzept — Seidel verweist auf Frankfurt, wo rund 2.000 zusätzliche Park-and-Ride-Plätze geplant sind.

Im Stadtparlament stimmten CDU, FDP und Grüne für die Ausweitung, SPD, Linke und AfD dagegen.

Quellen: hessenschau.de (Bericht zur Ausweitung der Parkzonen sowie TV-Beitrag „Kassel setzt auf mehr Anwohnerparken" vom 18. August 2026); Stadt Kassel.

Newsletter abonnieren

Nachrichten aus der Region — kostenlos in Ihr Postfach.

Jetzt anmelden